Eine lebendige Beziehung zu leben, Höhen und Tiefen durchzustehen und daran zu wachsen, kann ein so bereichernder und von vielen ersehnter Teil des eigenen Lebens sein. Trotzdem ist es in der heutigen Zeit voller beruflicher und privater Aufgabenfülle und Beschleunigung eine große Herausforderung, diese Beziehung zu pflegen, ihr Raum zu geben und sich selbst nicht zu verlieren. Geschweige denn, sich als Paar weiterzuentwickeln und an neuen Lebensaufgaben zu wachsen.
Paartherapie kann eine wichtige Unterstützung sein, um neue und hilfreiche Umgangswege mit Krisen zu finden. Und diese Krisen können durch die unterschiedlichsten Auslöser entstehen.
Oft zeigen Partner in einer Krise sehr unterschiedliche Verhaltensweisen
Bis sich ein Paar zu dem Schritt entscheidet, eine Paartherapie zu wagen, ist häufig schon ein großer Berg an Sorgen, Belastungen, Fragen angewachsen. Oft ist die Hilflosigkeit im Umgang mit der entstandenen Situation bereits so groß, dass beide Seiten gegen überzogene Reaktionen ankämpfen. Es kann passieren, dass die Beteiligten dann Verhaltensweisen zeigen, eigentlich um in der Krise durchzuhalten, die aber als Folge die Beziehung weiter belasten und beide dazu sehr erschöpfen.
Meine Erfahrung ist: Oft ist das persönliche Verhalten von beiden Seiten eines Paares in der Krise sehr unterschiedlich. Ich hüte mich davor, Partei zu ergreifen, auch wenn vordergründig bestimmte Verhaltensweisen schneller nachzuvollziehen sind. Aber es wird meist schnell deutlich, dass beide leiden. Der Leidensdruck zeigt sich nur eben sehr unterschiedlich.